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Band-Rezensionen

Band: OLD SHATTERHAND IN DER HEIMAT

Verlag: Karl-May-Verlag Bamberg · Radebeul
Reihe: KARL MAY's GESAMMELTE WERKE

Eintrag von Rüdiger (vom 20.11.2007) (weitere Einträge von Rüdiger)

Mit diesem Band begann seinerzeit gleichsam eine neue Ära für die „Gesammelten Werke“ und den Karl May Verlag. Ab jetzt bemühte man sich zunehmend überzeugend um Originaltext, seriöse Dokumentation und Transparenz.

Das titelgebende „In der Heimath“ wurde seinerzeit vom Redakteur Keiter aus „Satan und Ischariot“ gestrichen, und Karl May selber, offenbar verunsichert, verwendete den Text später, als er es für die Freiburger Ausgabe hätte tun können, nicht mehr. Dabei handelt es sich m.E. um einen seiner schönsten Texte.

„Ulane und Zouave“ gehört sicher zum „Verlornen Sohn“ bzw. war ursprünglich dafür vorgesehen, seltsamerweise veröffentlichte es Verleger Münchmeyer einst im Rahmen der „Liebe des Ulanen“, obwohl der Text dort völlig isoliert steht. Er brauchte Text und griff zu, bei Kolportage war man nicht eben zimperlich (May selbst auch nicht).

Ferner sind in dem vorzüglichen Band Kurzgeschichten, kleine Texte zu Illustrationen, Skizzen und Entwürfe enthalten, sowie die berühmten „Freuden und Leiden eines Vielgelesenen“ endlich in unbearbeiteter Form.

Auch spielen Kommentare und Erläuterungen zur Werkgeschichte eine wesentliche Rolle.

*

Das Geleitwort (Tenor: redaktionelle Bearbeitungen sind gut, richtig und erforderlich) des ansonsten wirklich erfreulichen Bandes ist übrigens für Autoren oder überhaupt Leute, die sich mit Literatur und Sprache beschäftigen, regelrecht gruselig zu lesen. Zitat: "die schon damals und noch heute fast überall gängige Verlagspraxis, die manchmal, schnell, flüchtig oder fast in Trance geschriebenen Geschichten zu prüfen und mit oder ohne Einverständnis des Autors zu korrigieren bzw. zu kürzen"; wenn diese Formulierung z.B. ein Verantwortlicher bei Suhrkamp, Fischer oder sonst einem literarisch geprägten Verlag liest, der weiß doch nicht ob er lachen oder weinen soll. Seriöses Lektorieren ist eine Angelegenheit in enger Zusammenarbeit mit dem Autor und erfordert ein hohes Maß an Verständnis und Feinempfinden, da kann man nicht einfach irgendeinen Lehrer Lempel mal eben drüberwurschteln lassen. Letzteres gab (gibt ?) es leider nichtsdestotrotz zuhauf.


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Auflagen: 36, 20
Auflagen: 36, 33, 30, 20