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Band-Rezensionen

Band: »ICH«

Verlag: Karl-May-Verlag Bamberg · Radebeul
Reihe: KARL MAY's GESAMMELTE WERKE

Eintrag von Rüdiger (vom 5.3.2005) (weitere Einträge von Rüdiger)

Zwischen die 33 Bände Reise- und die 7 Bände Jugenderzählungen setzte der Karl May Verlag seinerzeit den - nicht von Karl May so benannten - Band „Ich“, der die Autobiographie „Mein Leben und Streben“ sowie Texte zur Werkgeschichte und Karl Mays Leben beinhaltet; das Bild, dass die mittlerweile 85 Bände teilweise bunt durcheinandergewürfelt sind, hat also eine lange Tradition. – Die Texte (und Überschriften: „Des Dichters Heimgang“ … ) des Verlagsgründers E.A.Schmid wirken heute teilweise recht altbacken und sollten m.E. mal durch zeitgenössischeres ersetzt werden. Auch das seinerzeit sicher gut gemeinte, aber in seinem Rechtfertigen bzw. gar Fordern von Bearbeitungen fatale „Gerechtigkeit für Karl May“ von Gurlitt hat nun bald hundert Jahre auf dem Buckel, nach einigen Jahrzehnten seriöser Karl May Forschung gibt es zweifellos interessantere Texte, die an dessen Stelle stehen könnten.

*

In einem älteren Foren-Beitrag fand ich aus einer früheren Auflage des Bandes „Ich“ eine Handschriftenanalyse Karl Mays durch Dr.Ludwig Klages, die ich beim erneuten Lesen (u.a. wegen des mittlerweile vielzitierten „altfränkischen Zugs“) so köstlich (und zutreffend) fand, daß ich sie der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten möchte:

"Feinempfindender, kluger, in seiner Weise origineller Kopf. Klar und zum Teil scharfsinnig im Denken, sehr vielseitig interessiert, geistig ungemein rege und lebendig und bei jeder geistigen Frage zu rascher, temperamentvoller Teilnahme bereit. Wir verstehen darunter eine Teilnahme nicht allein des Kopfes, sondern beinahe ebenso stark des Herzens und erblicken darin die Äußerung eines Charakters, der neben männlichen Zügen einen stark weiblichen Einschlag aufweist. [...] Dieses unmitteIbare Eingreifen des Gefühls in jede Urteilstat gibt seiner Denkungsart etwas lebendig Vibrierendes und Interessantes; gibt seiner Anschauungsweise eine Eigenart und Ursprüngichkeit, die überzeugend wirkt und gerade bei einem älteren Manne in Erstaunen setzen muß.
Wir haben es also fraglos mit einer Persönlichkeit zu tun und wollen ausdrückich betonen, daß in der ganz persönlichen Note sowohl Stärke und Bedeutung, als aber auch die Schwäche und Beschränkung seines Wesens beschlossen liegt. Schreiber steckt zu fest in seiner Haut, als daß es ihm je gelänge, sich über die Sache oder gar über sich selbst zu stellen: er bleibt im Subjektiven und Reinpersönlichen befangen. Daraus folgt nun eine gewisse Verengung seines Horizontes. Seine Ansichten haben eine vorwegnehmende Stabilität und tragen nicht genügend den Tatsachen Rechnung; seine Urteile sind gelegentlich Vorurteile und können trotz aller fast jugendlichen frischen Begeisterung einen gewissen altfränkischen Zug nicht ganz verleugnen. Der angedeuteten Begrenztheit entsprechend macht sich im Umgang einige schwer zu befriedigende Unduldsamkeit, Nörgelei und Krittelei geltend; scharfes Aburteilen findet sich häufiger als ruhige Einsicht. Schreiber kann reizbar und ziemlich rechthaberisch sein, und sein natürliches Wohlwollen wird beeinträchtigt durch ein naives Bedeutungsgefühl und eine damit verknüpfte überaus verletzliche Empfindlichkeit. [...]“


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Auflagen: 366, 363
Auflage: 363
Auflagen: 360, 355, 350, 340, 330
Auflagen: 319, 310, 305, 295, 285, 275, 265, 255, 245, 230, 216, 201, 186
Auflagen: 166, 156, 146, 136